Ansprache Golfturnier  19. Mai 2017
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Ansprache Golfturnier 19. Mai 2017

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Liebe Golferinnen und Golfer

Heute spreche ich über ein von mir entwickeltes Golfseminar für Fortgeschrittene, also für Sie.


Bei Ihrem bereits exzellenten Können wollte ich beim Systemaufbau mit Lektion zwei beginnen.

Aufgrund bisherigen Erfahrungen starte ich nun trotzdem mit Lektion 1.

Grund: Jedes Mal beim Thema Holz, verschwanden die Teilnehmer. Sie kamen oftmals erst nach der Lektion vom Wald zurück, teils erst gegen Abend, schwer beladen mit allerhand Ästen und Knüppeln.

Ein Kursteilnehmer erschien sogar mit einem Tiefbettanhänger voller Baumstämme.

 

Was viele, auch erfahrenen Golfer und Golferinnen nicht wissen, die Reaktionszeit spielt beim erfolgreichen einputten eine entscheidende Rolle.

Ich will Ihnen nun eine besonders erfolgreiche Anwendung zur Verbesserung Ihrer Reaktionszeit erklären.

Sehr gut bewährt hat sich die Methode indem Sie den Wecker morgens um drei Uhr stellen. Beim ersten Wecksignal schnellen Sie aus dem Bett und zerren das Duvet Ihrer Frau oder Partnerin unverzüglich vom Bett. Je schneller umso besser.

Den Erfolg messe ich jeweils bei der nächsten Lektion. Einige erscheinen mit einem blauen Auge, die noch Erfolgreicheren mit zwei, und oftmals erhalte ich auch SMS aus Spitälern, mit der Mitteilung, wegen Unpässlichkeit für eine gewisse Zeit nicht mehr am Golfseminar teilnehmen zu können.

 

Ein eindrückliches Beispiel, wegen ungenügender Reaktionszeit und dadurch ernsthaften Problemen beim Einputten, lieferte vor einiger Zeit auch Tiger Woods. Eines Abends als Lindsey Vonn unverhofft nach Hause kam, gelang es dem Golf Crack nicht mehr, schnell genug die Bettdecke wieder zurück zu schlagen. Für längere Zeit blieb das Green geschlossen und Tiger Woods beklagt sich seither über ein unangenehmes Ziehen im unteren Lendenbereich.

Also heisst die Devise: weiterhin intensiv trainieren, und wenn möglich Lindsey Vonn nur aus der Ferne, am besten am Bildschirm am Hahnenkamm bewundern.

 

2)

Für ein erfolgreiches Golferlebnis braucht es das richtige Material.

Geht es Ihnen nicht auch so. Sie gehen in den Golfshop und entscheiden sich für das teuerste Golfset.

Aber nicht überall wo Mercedes draufsteht – ist Mercedes drin.

Planen Sie für Ihren Einkauf deshalb mindestens einen halben Tag. Der Golfverkäufer erachtet diesen Zeitaufwand als Wertschätzung ihm gegenüber.

Sie lassen sich jeden Driver einzeln erklären und wenn Sie nach ein bis zwei Stunden glauben den richtigen Driver gefunden zu haben, schreiten Sie zur näheren Materialprüfung.

Natürlich sind diese Prüfungsarbeiten anstrengend. Der Verkäufer wird Ihnen bestimmt ein paar Lachs – oder Spargelbrötchen, vielleicht auch Schinkengipfel offerieren – eine Bäckerei liegt sicherlich in der Nähe, und dem Lehrling dürfte ein kurzer Sprint an der frischen Lauft auch nicht schaden. Auch für flüssige Gaumenfreude wird der Verkäufer etwas Passendes anbieten – anstelle eines Champagner würden Sie auch ein Gläschen Pro Secco akzeptieren, Sie wollen doch nicht anmassend sein.

 

Mit einer Schiebelehre messen Sie anschliessend den Durchmesser des Drivers. Zum Vergleich wird ihnen der Verkäufer gerne weitere gleiche Exemplare zur Verfügung stellen. Mindestens zehn Driver sollten Sie vergleichen können. Sind diese in dieser Anzahl nicht vorhanden, geben Sie dem Verkäufer zu verstehen, ihn wegen seiner ungenügenden Dienstleistungen nicht weiter berücksichtigen zu können.

Er wird ihnen lächelnd bestätigen, Verständnis für ihren Entscheid zu haben und Sie zuvorkommend zur Türe begleiten. Beim Verlassen des Golfshop sollten Sie es aber unterlassen nochmals zurück zu schauen.

Im nächsten Golfshop erwähnen Sie die ausgezeichneten Dienstleistungen des Vorgängers.

 

Sicherlich werden Ihnen zehn Driver zum Vergleich angeboten, und auch der vormittägliche Apéro dürfte mit den Schinkengipfeln, Lachs-und Spargelbrötchen von vorhin durchaus mithalten. Es würde mich nicht überraschen, wenn sich der Prosecco zu einem nicht zu verachtenden Dom Pérignon wandeln würde.

Bei der folgenden Materialprüfung empfiehlt es sich dem Verkäufer vorgängig auch einige Gläser des prickelnden Getränkes zu empfehlen.

 

3)

Den ausgewählten Driver legen Sie nun mit Kopf und Griff quer zwischen zwei Stuhlsitzflächen. Ihre Frau oder Partnerin wird sich auf den Driver setzen.

Lassen Sie sich nicht täuschen, wenn er sich nicht durchbiegt! Nun sind sie an der Reihe, aber dieses Mal stehen Sie oder hüpfen auf dem Driver.

Nun trennt sich der Spreu vom Weizen! Nach dem dritten zerbrochenen Driver halten sie inne.

Der Verkäufer wird Ihnen für Ihre Materialprüfung bestimmt grosse Anerkennung zollen. Es wäre möglich, dass sein Lächeln gequält ausfällt, denn es ist ihm sehr peinlich erst durch einen Kunden über die ungenügende Qualität seiner Driver aufgeklärt zu werden.

Sie sind kein Unmensch. Um die Niedergeschlagenheit des Verkäufers etwas zu mildern, kaufen Sie trotzdem zwei Golfbälle bei ihm.

Beim Verlassen des Golfshops – und dieses Mal mit empfohlenen Blick zurück, würde es mich nicht überraschen, den Shopverkäufer mit der Flasche Dom Pérignon am Munde, die letzten Tropfen aufsaugend an der Theke hängend zu erkennen. Dermassen belastend können Schuldgefühle sein.

 

Und jetzt wünsche ich Ihnen mit dem neu gewonnenen Wissen noch mehr Erfolg in Ihrer Golfer Karriere.

Ich freue mich bereits auf das nächste Golfseminar, welches folgende Themen beinhaltet:

Wie schütze ich mein Gehör wenn der Golfball die Schallmauer durchbricht und wie verhalte ich mich wenn der Driver brennt.

 

Herzlichen Dank

 

drive a golf ball on tee